Lesungen am Donnerstag, 6. März und Sonntag, 9. März

Lesung am Dialekt-Donnerstag: Erwin R. 

 

 Mit seiner Gitarre in der Hand und seinem Herzen auf der Zunge bringt Erwin R. sein Publikum zum Lauschen, Nachdenken, Lachen und Tanzen. Er fesselt mit Dialekttexten, die unter die Haut gehen und Grooves, die jedes Tanzbein jucken. Egal, ob solo oder mit seiner „Bagage“, er verbindet Unterhaltsames mit Sozialkritischem ebenso wie Nachdenkliches mit Spaßigem.

Nach eineinhalb Dekaden Banderfahrung und hunderten Konzerten – u.a. mit Gruppen wie Jerx oder Klimmstein – hat sich Erwin R. seit Sommer 2010 dem „Ostriän Släng Reggae’n’Roll“ verschrieben. Seitdem hat er immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt – durch zwei Alben ebenso wie durch österreichweite Auftritte oder durch die Musik zum Kinofilm „Murtreiben“.

Auch sein Zusammentreffen mit der jamaikanischen Musiker-Community in Graz blieb nicht ohne Folgen: Mit der „Bagage“ formierte sich eine hochkarätige Konstellation, die die Lieder von Erwin R. in ein buntes Kleid aus Reggae, Funk, Jazz, Latin und Rock steckt. Kürzlich ist mit „Leb’n“ das zweite Album von Erwin R. erschienen, das gemeinsam verschiedensten Gastmusikern aus der Grazer Szene entstanden ist.

 

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Am Donnerstag, 20:00 Uhr im Cafe Anno!

 

Lesung am Sonntag, 9. März: Thomas Perle und Denise Teipel

Wir gingen, weil alle gingen

 Denise Teipel liest szenisch Thomas Perle

eine perle, die glücklicherweise nicht vor die säue verschwendet wurde: der text ist nüchtern, genau, dennoch gleichzeitig hochemotional. die schilderung eines herausgerissenwerdens vor dem hintergrund der rumänischen revolution 1989. ein kind flieht mit seiner familie. die reise ist unbegreiflich. bruchstücke eines fluchtartigen aufbruchs, eines fluchtartigen ausbruchs in richtung der westlichen freiheit: der familienschrei, ausgelöst von der überwindung der letzten grenze markiert das erreichen der autobahn. das rote auto. das kobaltservice der mutter, die es noch vor ihrem eintreffen in den westen schickt, damit es auf die familie wartet: ein erster in den westen geworfener angelhaken… ein ungefangener fisch noch, ein ungelegtes ei, aber ein versprechen der zukunft. dieses versprechen, das die mutter am anfang der reise gibt, das sie über zwanzig jahre lang einlöst, dieses versprechen begreift die erzählerin als bereits erwachsene, nicht als kind: für euch, sagt die mutter, bevor die flucht beginnt.“ (julya rabinowich)

 

„ich schreibe ja nicht erst seit gestern, aber der exil-literaturpreis ist die erste anerkennung. er kommt auch zur richtigen zeit. der preis öffnet mir eine tür, durch die ich als autor gehen kann. er motiviert mich sehr, weiter zu schreiben. ich werde weiter machen und mein ziel schärfer verfolgen, wobei eines der nächsten projekte ist, den preistext in einen roman zu verwandeln. die 26 seiten sind lediglich die vorlage, es gibt leerstellen, die gefüllt werden müssen.“ (thomas perle im gespräch)

 

Thomas Perle wurde am 07.07.1987 in oberwischau/ rumänien als sohn eines ungarn und einer deutschrumänin mit österreichischen wurzeln geboren und wuchs dreisprachig auf. 1991 emigrierte er mit seiner familie nach deutschland, wo er in nürnberg aufwuchs und 2007 maturierte. sein beruflicher werdegang führte ihn an das staatstheater nürnberg, bevor er im Oktober 2008 an der universität wien das studium der theater-, film- und medienwissenschaften begann. er war 2009 als dramaturgiehospitant am volkstheater wien und in den spielzeiten 2010/11, sowie 2011/12 als regieassistent am schauspielhaus wien tätig. hier wurde er mit zeitgenössischem autorentheater konfrontiert und begann seine schriftstellerische laufbahn. für sein erstes werk wir gingen weil alle gingen, das vom verlassen einer heimat, dem anderssein in einer neuen, von einer längst vergangenen, doch stets präsenten zeit in der geschichte europas erzählt, erhielt er den exil-literaturpreis 2013.

 

Denise Teipel wurde 1985 als Tochter einer Deutschen und eines Türken in Wien geboren. Nach ihrem Medienmanagementstudium an der FH St. Pölten absolvierte sie ihr Schauspielstudium bei Heribert Sasse und Heinz Trixner in Wien. Seit 2010 arbeitet sie als freie Künstlerin in den Bereichen Theater und Film, sowohl als Schauspielerin als auch als Autorin und Casterin. Mit dem Stück DEUS EX MACHINA wurde sie zu einem Künstleraustausch nach Istanbul eingeladen, eine willkommene Möglichkeit auf die Suche nach ihren Wurzeln zu gehen. Sie verlegte ihren Lebensmittelpunkt nach Istanbul, begann Türkisch zu lernen und spielte dort Theater, u.a. DIE VÖGEL unter der Regie von Fabio Tolledi. Im Theater war sie zuletzt in Felix Mitterers HEIM in der Rolle der Sena zu sehen. Der Film MACONDO unter der Regie von Sudabeh Mortezai feiert auf der Berlinale 2014 Premiere.

 

Am Sonntag, um 20:00 Uhr im Cafe Anno!

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