Lesung am Sonntag, 1. August

um 20:30 Uhr im Café Anno

Erbgut Roman

Bettina Scheiflinger

Was ist sie, die Familie? Ein ziemliches Schweigen und ein ziemliches inneres Schreien. Ein manchmal weicher aber ziemlich enger Mantel, der die Luft abdrückt. Und was noch? Erbgut erzählt eine Familie über mehrere Generationen, im Zentrum die Ich- Erzählerin, die sich vom sogenannten familiären Erbe zu lösen versucht; ein Erbe, das manchmal, aber nicht immer klar in Worte zu fassen ist, das Erbe einer Geschichte, über die geschwiegen wird – und über die Spuren, die das Schweigen und NachInnenSchreien im Körper hinterlassen. Erbgut ist auch ein Text über das Fremdsein: in Zuschreibungen und Rollenbildern, in Ruinen von Lebensentwürfen, in Beziehungskonstellationen, einem Land und nicht zuletzt im eigenen Körper. Da gibt es Johanna, deren Eltern von den Partisanen verschleppt werden, und ihren Mann Franz, erst NSDAP Mitglied, dann in Kriegsgefangenschaft, dann gleichermaßen abwesender wie gewalttätiger Vater. Da ist deren Sohn Arno, der die erste Gelegenheit nutzt, um dem Elternhaus zu entfliehen, da ist dessen Frau Dora, ihr Wunsch nach einem aufregenden Leben, das sie nicht wagt. Da ist Sofia, Doras Mutter, die, in Italien geboren, als Kind mit ihren Eltern illegal in die Schweiz einreist, wo man sie als Tschinggen verspottet. Und da ist eine Ich-Erzählerin, die versucht, ihren Körper zu bewohnen, einen Körper, dessen Grenzen verletzt wurden, die Mutter wird und die letztlich einen anderen Weg wählt als die anderen Familienmitglieder. Einen zu eigenem Körper und Leben. (Text: Gerhild Steinbuch)

Bettina Scheiflinger ist in der Schweiz aufgewachsen und lebt seit 2017 in Wien, wo sie Sprachkunst studiert. Neben dem Roman „Erbgut“ hat sie Hörstücke für Kunst im öffentlichen Raum geschrieben, ein 2018 uraufgeführtes Jugendtheaterstück und hat Texte in verschiedenen Literaturzeitschriften veröffentlicht. Der Roman Erbgut erscheint im Herbst 2022.

Bezüglich Covid19 gelten für das Café Anno die vorgeschriebenen Gastro-Regeln.

Der AnnoDialektDonnerstag (ADIDO) am 29. Juli entfällt.

Mit freundlicher Unterstützung des Bezirks Josefstadt

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Lesung am Sonntag, 25. Juli

um 20:30 Uhr im Café Anno

Das Herz ist ein dummer Bastard, aber es weiß was es will

Georg Rauber

Georg Rauber ist Autor und Schauspieler. Er hat schon viel zu lange keine Kirschen mehr gegessen.

Mit wenig viel zu sagen. Das hat sich Autor Georg Rauber mit „Das Herz ist ein dummer Bastard – aber es weiß was es will“ vorgenommen. Eine Ansammlung an kurzen Gedichten, Geschichten, Aphorismen und sonstigen Wortzusammenkünften, die trotz weniger Worte viel zu bieten haben. Von experimentellem Umgang mit Sprache über kurze Erzählungen zu schlichten Aussagen und Sprüchen findet sich in diesem Band alles, was kurzweilig aber – im besten Fall – langanhaltend ist.

Bezüglich Covid19 gelten für das Café Anno die vorgeschriebenen Gastro-Regeln.

Der AnnoDialektDonnerstag (ADIDO) am 22. Juli entfällt.

Mit freundlicher Unterstützung des Bezirks Josefstadt

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Lesung am 15. und 18. Juli

LESUNG AM DONNERSTAG, 15. JULI

um 20:30 Uhr im Café Anno

Haaß is, regna duads

Katherina Braschel

Komplett hinige Normalzuaständ, Puzzle spün mid dem, wos von am Baugerüsd oba foid, Schnitzal auf OKCupid-Dates, Blastikpapierschiffal, vielleichd wos mid an Kärcha.

Es ist zu heiß für Ankündigungstexte, für ganze Sätze, aber niemals zu heiß (oder zu nass) für das Anno.

Aufgewachsen im Barock-Disneyland Salzburg, lebt und arbeitet sie seit 2011 in Wien, wo sie auch Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert hat. Sie ist Mitveranstalterin des AnnoLiteraturSonntags und Teil des Redaktionskollektivs von &radieschen und dem Morgenschtean. Diverse Preise und Stipendien, darunter der Rauriser Förderungspreis und der Wortmeldungen Förderpreis der Crespo Foundation Frankfurt, beide 2019.
2020 erschien ihr Debüt „es fehlt viel“ in der Edition Mosaik.
2021 erhielt sie das Startstipendium für Literatur für die Arbeit an ihrem ersten Roman.
Sie glaubt an feministische Solidarität, gutes Bier und die zarte Macht der Sprache.

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Mit freundlicher Unterstützung von Basis Kultur Wien und dem Bezirk Josefstadt

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Lesung am Sonntag, 18. Juli

um 20:30 Uhr im Café Anno

staubfänger und andere nichtgewissheiten

Marlene Engelhorn

Ein paar kurze Texte, die Zusammenhänge kann man basteln, muss man aber nicht. Es dreht sich mitunter genau um diese Frage; welche Zusammenhänge gibt es eigentlich? Welche Gewissheiten? Und welche Rolle spielt darin die sprachliche und erzählerische Willkür? Welche Haltung zu den Dingen annehmen, wovon ausgehen? In welche Richtung bewegt sich der Text und wie klar muss die Erzählung formuliert sein, wie sehr soll das Lesen an die Hand genommen werden? In welcher Beziehung steht wer?
Wie über die Dinge nicht gesprochen wird, wenn so viel zu sagen ist, welches Geplapper über den Wirklichkeiten liegt, soll in den Texten angerissen werden. Ob es gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Oberflächen und Unterströmungen, uneindeutig tranchiert, der Querschnitt ein Wimmelbild.

Geboren (1992) und aufgewachsen in Wien, da wohnhaft. Nach der Schule gereist und dann das Studium der Germanistik an der Uni Wien (SS13-SS15). Abgebrochen, um zu arbeiten und zu schreiben. Außerdem: Deutsch, Englisch und Französisch unterrichtet (nicht lehramtlich), freiberuflich Lektorat/Korrektorat diverser Texte (Bachelor- und Masterarbeiten, Bewerbungen, etc.) sowie in der Kommunikationsbegleitung für ÖGS und in der Übersetzung gearbeitet. Später Wiederaufnahme des Studiums (WS19-SS21), um vielleicht ins Lektorat zu gehen. Währenddessen: im Volontariat für die Guerrilla Foundation (20h) tätig, seitdem politisch aktiver. Immer schreibend.

Bezüglich Covid19 gelten für das Café Anno die vorgeschriebenen Gastro-Regeln.

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Lesung am 8. und 11. Juli

LESUNG AM DONNERSTAG, 8. JULI

um 20 Uhr im Café Anno

diese welt ist ein schrotthaufen, diese welt ist eine einzige müllhalde

Raoul Eisele

Es geht ums Wegsehen, nicht Wegsehen können, um Momente der Moral und einen Blick in die Zukunft, was wäre, wenn… was wäre ein PATRIACHAT ohne Patria usw.? dialektal, dramatisch, dunkel, manchmal mit einem Lächeln verknüpft oder blickdicht hinter schwarzen Löchern verkrochen. ein literarischer Abend mit vielen sprachlichen Facetten, mit vielen Fragen und einem Wunsch auf den Lippen, der vielleicht nicht auszusprechen gewagt wird…

Raoul Eisele, geb. 1991, debütierte 2017 mit seinem Lyrikband „morgen glätten wir träume“, Graz: edition yara. 2021 erschien sein zweiter Lyrikband „einmal hatten wir schwarze Löcher gezählt“, Berlin: Schiler & Mücke. 2021 wurde sein Jugendstück „in einem Land ohne“ im WUK (Wien) uraufgeführt, sein Hörbild „immer wenn ich falle: Klippenspringerin“ wird beim Hörspielsommer Leipzig Premiere feiern und sein Klangbild „innerlich treiben wir es // wesentlich bunter“ erschien auf Ö1. Seine Gedichte wurden ins Englische, Französische und Ukrainische übersetzt. http://www.raouleisele.com

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Lesung am Sonntag, 11. Juli

um 20 Uhr im Café Anno

„Kathmandu und Kapstadt“

Linda Kreiss und Dine Petrik

die Autorinnen lesen aus ihren Werken.
 
Linda Kreiss, geb. in Süddeutschland, schreibt Lyrik u. Prosa, lebt u. arbeitet seit 2007 in Wien, davor 10 Jahre in Kathmandu (Nepal) wo sie ein Projekt für misshandelte Frauen und deren Kinder aufgebaut hat.
 
Dine Petrik, geb. im Burgenland, lebt in Wien, begann mit 50 zu schreiben, Lyrik u. Prosa, 12 Bücher, div. Arbeiten über Hertha Kräftner, Essays in den hiesigen Medien. Zuletzt erschien “Traktate des Windes”, Lyrik, Verlag der Provinz.
 

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