Lesungen am 11. und 14. Dezember 2014

Lesung am Dialekt Donnerstag, 12. Dezember: Stefan Lotter

Umlocht

bin gfoin. Gfoin und aufgschlogn. Und kana waß mehr vo mir.
I denk an Obn. An di. An eich.

Und i hob eich wos zum sogn.

Warum i gaungan bin is mei Soch. I hob ma vü Gedaunkn drüwa gmocht, bevor is tau hob. Dass is tau hob, woa daun mehr a Zufoi.

Weil wieda ana vo eich an Bledsinn gredt hot.

Am Aufaung hob i no Liada gschriem. Owa irgendwaun reicht des neama aus.

I kaun eich dazön wie’s dazu kuman is.
Wos i docht hob.
Wos i denk.
Und warum i glaub, dass eigentlich eh ois leiwaund is.

Kumt’s vorbei.
Beim Andi in da Bar woas no imma lustig a bissal wos zum dazön.
Vielleicht nimm i mei Gitarr mit, daun keints a hean, wofür ma Worte zwenig stoak woan.

Kurzbio von mir: http://stefanlotter.at/biografie/

LesungUmlochtPlakat

  Am Donnerstag, 20:00 im Cafe Anno!


 

Lesung am Sonntag, 14. Dezember: Maximilian Brustbauer

Über Nacht

 

brustbauer

Der Text wird in der zweiten Person erzählt, wodurch die Leser_innen unmittelbar in die
Gedankengänge der Figur versetzt werden und so auf die gleichsam wirre und fesselnde Reise
durch die Wiener Nacht mit ihren Eigenheiten mitgenommen werden. Beide, Figur und Leser_in,
werden getrieben und verfolgt vom Verlauf der Erzählung, eine konzertierte Suche nach dem „es“,
„es“, das alle haben, „es“, das alle antreibt, „es“, das alle funktionieren lässt.
Zu Beginn sitzt du allein in einem Cafe und trinkst, beobachtest die Menschen und ihre
Ziserlierung, eine Frau tritt ein, setzt sich zu dir, erinnert dich an vergangene Zeit und du weißt
nicht, ob du mit ihr oder der Vergangenheit sprichst; du wirst rausgerissen aus dem Raum, findest
dich auf der Straße wieder, triffst wieder jemanden, einen Mann, Party, Lichter, Oralsex, plötzlich
wieder auf der Straße, aber nackt, ziehst dich an, schmierst an den Häuserwänden entlang, streifst
die Menschen, siehst in ihre Wohnungen, in ihr Leben, wirst durchbohrt von deinem eigenen Blick;
bist in einem Park, siehst eine Statue, aus Granit, die Frauenstatue, Sisi, atmest ihren Geruch, „eine
zärtliche Verrohtheit, die dir in deiner Nase verspielt um jedes einzelne Härchen streichen wird.
Wie eine Feder, die gespickt ist mit Granit und einem feinen Staubmantel der Zeit“, hier glaubst du
„es“ gefunden zu haben, weil sie es auch nicht hatte und daran zu Grunde ging, entdeckst du jetzt
in der Abwesenheit das Nichts, aber kannst es nicht sehen und deshalb stolperst du weiter durch
die Nacht, wirst verschleppt von einer Frau und bist wieder allein auf der Straße;

Der 28jährige Autor der Novelle, Maximilian Brustbauer, arbeitet derzeit an seiner zweiten filmischen Episodenreporage über den Umbau der Mariahilferstraße und schreibt für Magazine wie „quer“ oder „Fleisch“.

Am Sonntag, 20:oo im Cafe Anno!

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