Lesung am Sonntag, 3. Juni 2012

Stefan Lotter: Angst

…Sie haben uns ein System inkorporiert, aufgezwungen; durch die nebenschächlichen Freuden versüßt und uns damit dazu bewogen, es uns im Laufe der Jahre selbst anzueignen. Konsequenzen sind Angelegenheit der Zukunft. Wir leben im Jetzt und (w)(s)ollen darin verdammt noch ‚mal gut leben! Wie der Faust aufs Auge. Es ist kein Wunder, dass wir uns jetzt unserer Wurzeln erinnern. Der Stamm beginnt zu bröckeln, die Äste werden dünner. Es geht die Angst um, dass unsere Blüten nur eine Illusion unserer Eltern waren…”

Das war der Teil, an den sie sich erinnert hat. Und der hat sich in unser beider Gedächtnis eingeschrieben; sitzt, gärt und umschlingt mit seinen Wurzeln jeden Gedanken. Die schlimmsten Momente sind die, in denen du ihn dann wieder erkennst. Seine ständige Präsenz, seine unabwendbare Einflussnahme – die Frage nach dem Warum hab ich ab dem Moment, als ich sie verloren habe, nicht mehr gestellt.

Ein Brief; eine Frau; ein Abgabetermin – seit zwei Monaten fühlt er, dass jegliche Sicherheit verloren ist. Auf einer Zugfahrt nach Wien spielt der Film, der sich Leben nennt, die Vergangenheit im Zeitraffer ab. Alles, woran er glaubte zu glauben löst sich in dem Begriff auf, der sein Innerstes bis heute zusammenhielt: Angst.
am So, 3. Juni um 20:30 im Café Anno! 
***
Stefan Lotter (Biografie)

*19.07.1988, in Wien, Lainz.

1992: Übersieldung nach Mürzzuschlag

1992: Beginn der Musikalischen Früherziehung in der Johannes Brahms Musikschule Mürzuschlag

1996: Beginn des Klavierunterrichts

1998: Einstieg ins BG/BRG Mürzzuschlag

2002: Erste eigene Lieder entstehen

2002 – 2006: Teilnahme an drei Theaterprojekten des Gymnasiums Mürzzuschlag, einige Auftritte mit Christian Weinzettl und Marietta Halmdienst unter „The Three Voices“, Teilnahme an diversen Rhetorikwettbewerben

2005: Erster Preis beim Kurzfilmprojekt „Rausch-End“ des Jugendreferates Steiermark ab 2005: Teilnahme an Projekten der United Games of Nations; bisher in: Berlin(D), Györ (H), Budapest (H), Olomouc (CZ), Istanbul (T), London (GB) und Subodice (SB)

2006: Abschluss des Gymnasiums mit “Gutem Erfolg” und der Fachbereichsarbeit Schiller und Goethe. Eckpunkte einer Epoche im Unterrichtsfach Deutsch

2006: Inskription an der Karl Franzens Universität Graz in den Fächern Deutsche Philologie und Volkskunde; Aufführung des Dramenprojekts “Tandaradei” im Zuge der Lehrveranstaltung Mittelalterliche Literatur verstehen bei Dr. Margarethe Payer

2007: Wechsel an die Universtät Wien im Wintersemester

2007 – 2009: mehrere Auftritte in unterschiedlichen Besetzungen, unter anderem im Szenelokal Lokal in Wien

2009/10: Beteiligung an den Studentenprotesten; Mitglied bei der Gründung der Protestzeitung ÜberMorgen; “Schlampe Brennt. Eine musikalisch theatralische Lesung.” am 26.Mai im Lokativ.

Seit Nov. 2010: Arbeit im Literaturhaus Wien

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